Neue Bedürfnisse, neue Herausforderungen, neue Perspektiven
Die Studie „SOZIALGENOSSENSCHAFTEN 2.0 – neue Bedürfnisse, neue Herausforderungen, neue Perspektiven“ wurde von Coopbund am 18. Dezember 2016 – genau ein Vierteljahrhundert nach Inkrafttreten des Gesetzes 381/1991 – bei der Genossenschaft für soziale Innovationsforschung SOPHIA in Auftrag gegeben.
Sozialgenossenschaften, die von Beginn an als bedeutende unternehmerische und soziale Innovation galten, haben sich im Laufe der Jahre eine Hauptrolle erarbeitet. Heute stellen sie einen unverzichtbaren Akteur im Bereich der sozio-sanitären Dienstleistungen sowie bei der Arbeitsintegration benachteiligter Personen dar. Trotz 25 Jahren erfolgreicher Tätigkeit wird häufig die Notwendigkeit betont, den rechtlichen Rahmen und die unternehmerische Rolle an den aktuellen demografischen Wandel und an neu entstehende soziale Bedürfnisse anzupassen.
Die von einem Team von Mitgliedern der Genossenschaft SOPHIA entwickelte Forschung ist keine einfache Retrospektive und enthält keine historischen Zeitreihen von Statistiken oder Beispiele für Unternehmenserfolge. Im Zuge der Arbeiten wurde auch die ursprüngliche Hypothese verworfen, analog zu anderen Provinzen eine erste Bewertung der (makro-)ökonomischen Auswirkungen der Aktivitäten von Sozialgenossenschaften im Hinblick auf den kollektiven Nutzen oder Einsparungen für die öffentliche Hand zu erstellen.
Stattdessen verfolgten die Autoren das Interesse des Auftraggebers Coopbund an Entwicklungs- und Diversifizierungspfaden für Sozialgenossenschaften im nächsten Vierteljahrhundert, auch vor dem Hintergrund eines rechtlichen Rahmens, der plötzlich in Bewegung geraten ist. Es ist sicherlich kein Zufall, dass gerade in jüngster Zeit verschiedene Gesetze, die die Tätigkeitsbereiche des Sozialgenossenschaftswesens betreffen, geändert oder neu erlassen wurden. Man denke nur an die Unterstützung für Menschen mit schweren Behinderungen, die Überarbeitung der Regelungen für Sozialunternehmen oder die Reform des Dritten Sektors, während andere kurz vor dem Abschluss stehen oder gerade das parlamentarische Verfahren begonnen haben.
Auch auf regionaler Ebene hat der Gesetzgeber den Rechtsrahmen aktualisiert, indem die Trennung zwischen Sozialgenossenschaften des Typs A oder B aufgehoben wurde. Auf Landesebene wurden hingegen kürzlich Unterstützungsmaßnahmen für die soziale Landwirtschaft beschlossen – ein bisher vernachlässigter Sektor, der jedoch ein hohes Wachstumspotenzial für innovative Formen der Kooperation bietet.
Ohne den Schlussfolgerungen der Studie vorzugreifen, lässt sich schon jetzt die Überzeugung vieler Branchenvertreter bestätigen: Die Unternehmensstrategie und das Geschäftsmodell der Sozialgenossenschaften, aber auch bestimmte gesetzliche Rahmenbedingungen, erfordern Aktualisierungen. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Erfolgsgeschichte des Sozialgenossenschaftswesens auch in den nächsten 25 Jahren mit der Zeit geht.
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